Schulprojekt Papierofenbau in Ungarn
Heute haben wir den zweiten Ofen gebaut; alle haben
mitgemacht (außer Alex und Isabella, die obige
e-mail verfasst haben), also alle haben mitgebaut,
weil sie furchtbar Angst um ihre wirklich sehr süßen
Keramikarbeiten hatten. Frau Schätzlers Pro-
Wo wurde im Gasherd turbogetrocknet, damit sie
doch noch mitgebrannt werden kann.
Die Ofenkonstruktion haben wir WESENTLICH verbessert:
Einen größeren Rost (der lag über einem
Revisionsschacht auf dem Schulgelände, jetzt fallen
da ständig irgendwelche Kinder rein), Alufolie
drauf, damit das Feuer nicht wieder zu früh
überschlägt, dann eine Schicht Hobelspäne, dann
Holzkohle, dann unsere empfindlichen Tonsachen,
dazwischen Holzkohle und weiter Hobelspäne

Und wieder diese Mischung aus Tonsachen,
Hobelspänen und Holzkohle; dann Holz drumrum und..

und das ganze wurde mit viel Eichenholz umgeben
und dann die Papierhülle (wunderbares Plakatpapier
mit Ton eingeschmiert) in 6 Schichten
aufgetragen.

Unter dem Rost wurde drei Stunden lang ein leichtes
Kohlenfeuer (zur sanften Erwärmung) gezündet
und jetzt haben wir den Ofen gerade mit Hilfe der
ungarischen Jungs tiefergelegt (schaut geiler aus)
und er raucht fröhlich vor sich hin. Übrigens erinnert
der Ofen an eine weibliche Gestalt; vorne ist
ein Busen zu erkennen und hinten ist ein Hintern.
Wir haben ein Thermoelement dabei und ...

...Ofen zusammenbauen; getauft auf den Namen Tynta,
vorne mit Brüsten und hinten mit Popo

Nachmittags haben wir heute je 3 Bilder gemalt,
auserdem haben wir hier vor der Turnhalle einen
SCHUHABKRATZER, über den Herrn Will jetzt
schon zweimal und Familie Schätzler mehrmals im
Konvoi gestürzt ist ... Werner schrie laut SCHEISSE
und verlangte nach einer Flex, um das Ding abzuschneiden.
Und dann kam auch noch Gesa mit frischgeladenen
Busbatterien, tja und dann sprang der Bus auch
noch an. Die Mädels betrachteten die Szene voller
Unglück: "Jetzt müssen wir wohl doch am Samstag
heimfahren, wir hatten uns schon so über den
kaputten Bus gefreut, sonst hätten wir noch eine
Woche bleiben können!
und Diana hat einen wunderbaren Breitmaulfrosch
getopfert

Oh, wie geschieht mir!

und draußen werden afrikanische Zöpfe geflochten
und der Ofen "Tynta" raucht jetzt so gewaltig,
dass ich mal rausschauen muss. Andrea berichtet,
der Ofen habe schon 219°, und Kollege Will sagt in
den Nachthimmel: "War is over!"

Fretag 27.7.2002 1.00 Uhr morgens
Eine fette Flamme züngelt aus dem Ofen, wir
messen rektal 950°, der Plastikgriff des Temperaturfühlers
schmilzt uns davon, es ist fast nicht vorstellbar:
dieser Ofen brennt jetzt schon seit fast 12
Stunden, soviel Brennmaterial war doch gar nicht
drin! Naja, aber es ist halt gute ungarische Eiche

Freitag, 11.00 Uhr
Endlich mal dürften alle ausschlafen; dann kommt
der große Augenblick: Alle nehmen sich an der Hand
und stellen sich um den Brennofen herum auf.

Nach der aufregenden Brenn-Nacht:
Möge nicht alles zersprungen sein

Wir starren gebannt auf den Brennofen und hoffen,
dass noch alles heil ist. Nun wird kräftig angepackt:
Vorsichtig heben wir den Ofen hoch, doch er zerbröselt
in lauter Einzelteile, nur der Arsch ist noch
ganz. Vorsichtig werden die Sachen herausgekramt
wir finden: Froschschenkel, Damen mit abgeplatzter
Brust, bellende Hunde mit vollig neuen Sommersprossen
(neue Züchtung), zersprungene Gesichter,
einen Adlerkopf mit abnehmbarem Hals (war mal
ein Vogel von Herrn Will), viele Buttons.
von Staub und Asche befreit schaut der Frosch schon glücklicher...
Installation auf dem Bauschutthaufen
Und plotzlich hat der Wauwau Sommersprossen.
Die .ProWo von oben
Die Gesichter der archäologisch im Staub des ehemaligen
Ofens suchenden Kindern sind von Trauer
und Fröhlichkeit geprägt.
Danach gehen wir in den Weingarten zum Gulaschessen,
danach gibt's Eis und dann baden wir
im trüben Nass des Dorfteiches, doch wir sind nicht
allein - die ungarischen Jungs verfolgen uns stets
wie Schatten. Thomas mit den schönen Augen ist
tierisch verliebt in Kathi

Freitag, 27.7.2002 23.00 Uhr
Jetzt haben wir schon alles gepackt, die Küche wird
aufgeräumt und morgen fahren wir nach Haus. Der
ganze Tag war super, die ganze Projektwoche war
AFFENTITTENGEIL!
Samstag, 28.7.2002, im Bus nach München
Wir mussten wieder nach Budapest fahren, wo
wir die Kollegstufler abgeholt haben - die standen
pünktlich aber sehr, sehr müde bereit, begaben sich in den Bus und sofort in eine Art terminalen
Tiefschlaf. Jetzt laufen Beatles und keiner fragt nach
Bier oder Pinkelpause. Ein ungarisches Wunder. In
Budapest sei es sehr schön gewesen, aber teuer.
Wir aber wurden heute früh noch vom Ex-Lehrer
Bela, Bürgermeister Gesa und 3 traurigen Jungs verabschiedet.
Das Wetter wird schlechter; es ist ein
sanfter Abschied von einem wunderschönen Projekt
mit lauter furchtbar netten Mädels. Es ist vorbei,
bye, bye Julimond.
Aber die nächste Projektwoche kommt bestimmt!