| Schulprojekt Papierofenbau in Ungarn |
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Schulprojekt Papierofenbau von Christian Sautier u.v.a.m. Schülerinnen der Nymphenburger Schulen in München waren in der Projektwoche im ungarischen Dorf Bakonyszucs,um sich neben der Aquarellmalkunst in der des Papierofenbaus zu üben. Ach ja, ein Brennofen aus Papier muss eine lustige Angelegenheit sein. Eigentlich schlichtweg unvorstellbar, aber inzwischen haben wir ja viel davon gehört, dass das eben doch funktioniert, ja sogar schon Ofen brennen sehen und das Glück gehabt, einen Vortrag von Fabienne Giora lauschen zu dürfen und angesichts der unglaublichen Ofenkonstruktionen blieb uns schier der Mund offen stehen. Also ist's ja schon fast Ehrensache, wenn man schon mit Kindern arbeitet, irgendwann mal ein Papierofenprojekt zu machen. Man braucht ja nicht viel dafür; zu nennen wären da: - ein Schulbus, der ohnehin nach Ungarn fährt und neben Abiturienten, die mit ihrer Abifahrt den Bus finanzieren (ha!) noch töpferbegeisterte Kinder mitnimmt - ein Schulgelände in Ungarn mit Turnhalle zum Übernachten und großer Wiese und Nachbarn, die nicht auf die Idee kommen, dass Rauch etwas Lästiges ist - ein brennofenbaubegeisterter Schulbusfahrer mit töpferbegeisterter Ehefrau - ein motivierter Kollege, der Bluesharp spielen und aquarellieren kann - ein ungarischer Vizebürgermeister, der schlicht alles tut, damit die Gäste sich wohl fühlen - ein ungarischer Dichter, der fein gespaltenes Eichenholz in Unmengen herbeischaffen kann - eine Dorfküche, die die Gruppe bekocht - vor Ort ein pensionierter Kollege ungarisch-deutscher Abstammung - ein Laptop, auf dem die Kinder das aus ihrer Sicht Nennenswerte uber das Projekt niederschreiben und gleich per e-mail nachhause schicken können - eine CD-ROM mit Papierofenbauanleitung von Martin Fricke - ein Wilfried Boch, den man am Tag vor der Abfahrt noch schnell anrufen kann, um offene Fragen zuklären (auf welche Seite des Papieres schmiert man den Tonschlicker?) - ein spendabler Schülervater mit Superfesthochglanzpapierplakatdruckerei - eine Woche herrliches Wetter Hat man diese paar Kleinigkeiten beinander, kann die Arbeit beginnen und so endet jetzt auch diese Einleitung und es folgen Auszüge aus den Tagebuch-e-mails, die nach Deutschland geschickt wurden. Die Texte sind von Günther Will, Isabella Schinkel, Katrin Oberberger, Alexa Braunwald, Elena Kopp, Freya Schatzler, Werner Schatzler, Christian Sautier, Juliane Reichmann, Anna Maria Lopez-Diaz, Diana Probst und Andrea Wittmann. Bei so vielen Autoren kann kein einheitlicher Schreibstil erwartet werden! Sonntag, 21.7. 2002 - im Bus nach Ungarn Mir ist schlecht. Anna Maria Lopez Egescheketre! Günter Will Wohnen Sie in Budapest eigentlich im selben Hotel wie wir? Ricarda Rummenigge zu Christian Sautier Nein wir fahren doch nach Bakonyszucs und bauen dort einen Keramikbrennofen aus Papier! CS zu RR Wie schrecklich die ganze Woche?! Hatten Sie das nicht auch in der Schule machen können? RR zu CS es folgt eine lange und nicht uberzeugende Rechtfertigung. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Montag, 22.7.2202 - angekommen in Bakonyszucs um 1.00 Uhr nachts Nach kleiner Irrfahrt durch Budapest (Kollegiaten ins Hotel an der Elisabethbrücke gebracht!) und in inzwischen ganz kleiner Gesellschaft sind wir da. Kein Wunder, dass jetzt keiner mehr gewartet hat, alles ist still und ausgestorben und abgesperrt. Wir schmieden Übernachtungspläne und die Kinder sind laut (Kröte auf der Strasse!), die Hunde bellen, und zufällig halten wir vor dem Haus des Bürgermeisters Gesa, der kommt heraus, herzliche Begrüßung und bringt uns zur Schule. in der Turnhalle liegen Matratzen für 20 Leute, der kleine Kühlschrank in der Schule ist gefüllt mit Limo, Bier, Wurst, Käse, Brot, Paprika wunderbar und so gibt es eine Brotzeit um 2.oo Uhr nachts und dann legen wir unsere müden Häupter in der Turnhalle nieder (geweckt werden wir von Schätzlers Handy - irgendein Depp ruft an, weil der Schulbus nicht kommt, na klar, geht ja nicht, der Schulbus steht ja hier...) Montag, 22.7.2002 Bakonyszucs - gegen Mittag erwacht Gesa kummert sich wirklich ruhrend um uns, weckt uns mit Mittagessen..., versucht uns jeden Wunsch zu erfüllen: Wir brauchen Sägespane, nach einer halben Stunde werden von irgendjemand 3 Sack geliefert; wir brauchen Holz! Und schon hackt einer... Aber jetzt muss es wirklich mal losgehen, also wird gebazelt (das kennen wir ja) und, als es zu regnen anfängt, malen wir unter wundervoller Anleitung von Herrn Will erste Aquarelle: (Gut, dass wir diese Riesen-Turnhalle ganz für uns haben) Papier nass, Pinsel an Strick, irgendworaufsteigen, Pinsel malt ein Zufallsbild ... Pass partout drauf, wunderbares Bild, sieht seehr edel aus! "Gehen wir jetzt baden?" Es ist schon in Ungarn, aber die richtige Euphorie und Begeisterung fur das Projekt muss sich noch einstellen; vielleicht kommt sie, wenn wir mal einen ersten Papierofenversuch machen - und, wenn wir endlich ausgeschlafen sind! Zuerst haben wir eine Grube ausgehoben, an den Ecken Steinsäulen errichtet und einen Eisenrost draufgelegt Dienstag, 23.7.2002 der Versuchspapierofen besteht seine Feuertaufe Christian: Jetzt sagt mir mal jeder einen Satz fur den Bericht! Isabella: .Herr Sautier stand als stolzer Riese hinter einem sechzig Zentimeter hohen Vulkan Günther Will "Katrin schoss Fotos vom Ofen und allem." Katrin: "Während die anderen töpferten, bauten Andrea, Herr Will und Frau Schätzler einen Testpapierofen" Alexa: "Die ungarischen Jungs bauten aktiv mit" Elena: "Plötzlich raste Herr Sautier zum Ofen, da das Feuer zu gros wurde" Freya: "Hab den Mund voll - viele Hände halfen, Sand um den Vulkanfuß zu schutten" Werner: "Sonst wära explodiert, ne" Juliane: "Den ganzen Tag saß Herr Sautier aufgeregt neben dem Ofen, weil er um die Sachen im Ofen Angst hatte" Christian: "Und tatsächlich kamen aus dem Ofen Geräusche, die an brennendes Holz beim besten Willen nicht erinnerten" Juliane: "Es hörte sich so an, als ob die Schussel von mir gerade zersprungen wäre" Anna: "Am Abend haben sich noch alle mit Melone vollgehauen" Diana: "Einer der blöden ungarischen Jungen hat einfach eine Krote 12m weit geworfen und mit ihr Fußball gespielt". Auf den Rost kam eine Schicht Papier (Alufolie ware besser gewesen) ... darauf Hobelspäne (Sägespane wäre besser gewesen) ... dann Holzkohle ... darauf die ersten rohen Tonsachen; weniger mutige Papierofenbauer nehmen angeblich lieber Geschruhtes! Jetzt in einer bunten Mischung Hobelspäne, Holzkohle und Tonteile zu einem Berg aufschichten ... und mit einwandfreiem Eichenholz umbauen. Jetzt kommt das Papier, von innen mit Tonschlicker eingebazt. Eine Bierdose dient als Kaminlochfreihalter. Nach 5 Schichten Papier wird alles mit Schlicker eingeschmiert... und während unter dem Ofen schon das Lagerfeuer brennt, dürfen die Erwachsenen noch ein bisschen malen (während die Kinder Abendessen machen) Viel zu schnell hatte sich der Ofen innen entzündet, viel zu hektisch lief das Absenken des Ofens ab, um auch noch Fotos zu machen, jetzt ist Ruhe eingekehrt und Andrea dichtet kleine Löcher von außen ab. Später haben wir seitlich ein paar Zuglöcher in den Ofen gepopelt und spät in der Nacht ging der Ofen richtig ab. Mittwoch, 24.7.2002 der Ofen ist abgekühlt Der Ofen ist fertig, aber man weiß noch nicht, was rauskommt. Wir wollen die Hülle erhalten - deshalb graben wir um den Ofen herum. Als wir ihn anheben, zerfällt er zu Schutt und Asche. In dem zerfallenen Ofen suchten wir nach brauchbaren Tonsachen. Tatsächlich fanden wir wenige gut erhaltene Tonstücke. Herr Sautier plant schon den nächsten Ofen, wahrend wir Frösche und einen Hund töpfern. Einige Mädchen weigern sich jedoch, ihre Sachen im neuen Papierofen zu brennen, mit dem Kommentar: "Mein Hund wird nicht in dem Ofen gebrannt." Darauf meinte Sautier frech, dass wir den nächsten Ofen einfach besser bauen müssen. Am Vormittag gingen die großen Mädels baden, wahrend die anderen fleißig weiter töpferten. Als die Mädchen vom Schwimmen zurück kamen, schrie Schätzler total aufgebracht: "Mein Baby springt nicht mehr an." (gemeint war der Schulbus; Anm. d. Red.) Viele freuten sich, dass wir jetzt vielleicht länger in Ungarn bleiben könnten, während andere eher entsetzt schauten. Am Mittag kam dann das Grauen, Lebergulasch!!! Während wir versuchten, die Brühe zu essen, kam die Erlösung, es regnete. Doch als wir in die Küche rannten, wurden wir von Fliegen belagert: Fliegenplage!!! Punkt vier Uhr fingen wir mit dem Aquarell-Malen an. Gut erklärt von Herrn Will entstanden unheimlich schöne Aquarelle. Das Malen mit Herrn Will machte uns sehr viel Spas. Nach dem Aquarell- Malen erwartete uns ein schön gedeckter Tisch, mit sußen Gummibärchen! Danach beschlossen wir, auf die alte Kirchenruine zu gehen, um uns Gruselgeschichten zu erzählen. Als wir wieder zurück kamen, arbeitete Frau Schätzler immer noch an einer Dame aus Ton, namens "ProWo". Doch jetzt mussten wir ins Bett. GUTE NACHT!!! Donnerstag, 25.7.2002, heute wollen wir den ultimativen Ofen bauen! Kleiner Situationsbericht: Unsere "Kleinen" sind auf Dorferkundung. Abends, so munkelt es, wolle die Dorfjugend fur unsere Mädels eine Disco organisieren, aber die wissen noch gar nix davon, hihi... Also die ungarischen Jungs: Unsere "Großen" kennen zwar schon alle Namen, wissen genau, wer wie gut deutsch kann, aber sie beteuern trotzdem, dass die ganz doof sind, mit Fröschen werfen und mit Wasser spritzen ... alles flirtet. Imre, der uns gestern Holz lieferte "thats my job" ist ubrigens ein berühmter Dichter, der sich hierher zuruckgezogen hat..................>>>>>> | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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